Foto: Kultur GmbH der Stadt Erkelenz
Sascha Dücker, Günther Merkens, Eva Lehmann-Weingärtner, Dr. Hans-Heiner Gotzen und Claudia Jansen ( v. l.)
Erkelenz. Was erzählt Kunst über eine Stadt? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „Gesichter einer Stadt – Der Erkelenzer Kunstbestand im Wandel der Zeit“, die vom 30. Oktober bis zum 29. November 2026 im Haus Spiess zu sehen ist. Anlässlich des 700-jährigen Stadtjubiläums werden 38 ausgewählte Werke aus der städtischen Kunstsammlung erstmals im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Ausstellung wurde federführend von der Erkelenzer Kunsthistorikerin Eva Lehmann-Weingärtner kuratiert, unterstützt von Günther Merkens, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande. Gemeinsam haben sie den umfangreichen Bestand gesichtet, kunsthistorisch eingeordnet und eine Auswahl getroffen, die die Vielfalt der Erkelenzer Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts sichtbar macht. Umfasst die städtische Sammlung doch nahezu 400 Werke, darunter Gemälde, Fotografien und grafische Arbeiten. Ein wesentlicher Teil wurde über Jahrzehnte im Zusammenhang mit Kunstausstellungen in Erkelenz erworben – zunächst in der Burg und im Alten Rathaus, später auch im Haus Spiess. Heute befinden sich die Arbeiten in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen, darunter die Stadtverwaltung, die Stadtbücherei und das Stadtarchiv. Da Erkelenz bislang über kein eigenes Kunstmuseum verfügt, war ein großer Teil der Sammlung der Öffentlichkeit nur eingeschränkt zugänglich. Dies unterstrich Dr. Hans-Heiner Gotzen, Erster Beigeordneter der Stadt Erkelenz und Geschäftsführer der Kultur GmbH. Seit fast 20 Jahren gebe es nun immer wieder die Idee einer Ausstellung. „Das wir dies nun zum 700jährigen Jubiläum realisieren ist den beiden Erkelenzern, die beide einen besonderen Bezug zur Kunst haben, zu verdanken“, so Dr. Gotzen.
Alle ausgewählten Werke verbindet ihr Bezug zu Erkelenz: Entweder stammen die Künstlerinnen und Künstler aus der Stadt und ihrer Umgebung oder ihre Arbeiten setzen sich mit der Stadt, ihrer Landschaft und ihrer Geschichte auseinander. Neben bekannten Namen wie Erna Meyer, Wolfgang Fröde, Josef Lennartz, Karl-Heinz Laufs, Michel Saran, Will Schwarz und Will Völker sind auch künstlerische Positionen aus der Region und dem Düsseldorfer Raum vertreten. Die Ausstellung gliedert sich in fünf Themenbereiche: „Der Mensch“, „Der Braunkohlentagebau“, „Die Niederrheinlandschaft“, „Die Baudenkmäler der Stadt“ sowie „Abstraktionen – Freiheit der Form“. Die Werke eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Menschen und Landschaften, dokumentieren den Wandel des Stadtbildes und zeigen zugleich die eigenständigen Ausdrucksmöglichkeiten von Farbe, Form und Komposition.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist der erstmals eigens zu einer Erkelenzer Kunstausstellung herausgegebene Katalog. Auf 86 Seiten dokumentiert er die ausgestellten Werke und die Kunstschaffenden. Eva Lehmann-Weingärtner hat federführend die Künstlerbiografien und Werkbeschreibungen erarbeitet und die Werke kunsthistorisch eingeordnet. Günther Merkens unterstützte die inhaltliche Aufarbeitung. Thilo Hermanns vom Stadtarchiv Erkelenz fotografierte sämtliche Werke für den Katalog neu. So entstand eine fundierte Dokumentation der städtischen Kunstsammlung, die auch über die Ausstellung hinaus Einblicke in die Erkelenzer Kunstgeschichte bietet. Der Katalog ist während der Ausstellung im Haus Spiess für zehn Euro erhältlich. Mit dem Verkaufserlös werden zunächst die nicht durch die Stadt finanzierten Kosten gedeckt. Darüber hinausgehende Einnahmen kommen als Spende dem Hospiz Erkelenz zugute.
Info
Die Eröffnung der Ausstellung „Gesichter einer Stadt“ ist am Freitag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr. Zur Vernissage sprechen Eva Lehmann-Weingärtner, Kunsthistorikerin und Kuratorin, und Günther Merkens, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags vom 31. Oktober bis 29. November von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Text: Eva Weingärtner














