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Kreis Heinsberg & Region

Lebenshilfe Heinsberg baut Angebot „Unterstützte Kommunikation“ auf

Foto: Lebenshilfe Heinsberg

Kompetentes Fachteam mit jahrelanger Erfahrung: Stefanie Heinen-Gransch, Agi Hirtz, Carmen Rodriguez (v.li.)

Heinsberg. Sich mitteilen zu können, verstanden zu werden und am sozialen Leben teilzunehmen – für viele Menschen ist das selbstverständlich. Für Menschen mit Autismus oder geistiger Behinderung kann genau das eine Herausforderung sein, wenn sie Schwierigkeiten in der verbalen Kommunikation haben. Häufig fehlen ihnen dann geeignete Möglichkeiten, sich auszudrücken oder ihre Bedürfnisse verständlich zu machen.

Für diese Zielgruppen hat sich in den vergangenen Jahren das Konzept der Unterstützten Kommunikation (UK) etabliert. Bilder und Symbole helfen im Alltag, die eigene Meinung oder Wünsche auszudrücken. In der Praxis werden solche Kommunikationshilfen jedoch häufig individuell entwickelt und unterschiedlich eingesetzt – in der Kita anders als in der Schule, im Wohnumfeld anders als am Arbeitsplatz.

„Unterstützte Kommunikation kann so viel bewegen, wenn sie richtig eingesetzt wird“, sagt Carmen Rodriguez, Logopädin und Kommunikationspädagogin der Lebenshilfe Heinsberg. „Im Alltag jedoch erschweren unterschiedliche Systeme und Bildsprachen, fehlende Abstimmung und mangelnde Kontinuität eine nachhaltige Entwicklung von Kommunikationsfähigkeiten. So werden Übergänge zwischen Lebensphasen zusätzlich belastet. Kommunikation bleibt für den Betroffenen dadurch eine lebenslange Herausforderung.“

Um Menschen mit komplexer Behinderung in ihren Kommunikationsfähigkeiten nachhaltig und lebenslang zu fördern, entwickelte die Lebenshilfe Heinsberg das Konzept eines Fachdienstes „Unterstützte Kommunikation – UK“ und bewarb sich damit erfolgreich um eine Förderung der Aktion Mensch.

„Wir freuen uns riesig, dass wir unseren lange bestehenden Wunsch, Unterstützte Kommunikation einrichtungsübergreifend zu etablieren und zu professionalisieren, nun mit Unterstützung der Aktion Mensch in den kommenden fünf Jahren realisieren können!“, sagt Agi Hirtz. Sie leitet gemeinsam mit Birgit Roye den Bereich Kinder und Jugend der Lebenshilfe Heinsberg und verantwortet mit ihr die fachliche Ausrichtung der inklusiven Kindertagesstätten und ambulanten Dienste für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. „Mit dem neuen Fachdienst können wir Menschen mit Kommunikationsbeeinträchtigungen deutlich professioneller und nachhaltiger dabei unterstützen, sich selbstbestimmt mitzuteilen und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein Leben lang zu stärken.“

Der neue Fachdienst richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Autismus oder geistiger Behinderung ebenso wie an ihre Familien und die sie begleitenden Fachkräfte. Im Mittelpunkt steht ein ganzheitlicher Ansatz, der verschiedene Bausteine miteinander verbindet: Dazu gehören die individuelle Diagnostik und Bedarfsermittlung, die Entwicklung passgenauer Förderpläne sowie der Einsatz geeigneter Kommunikationshilfsmittel – von Bildkarten über digitale Anwendungen bis hin zu sogenannten Talkern, die Bilder in Lautsprache umsetzen. Ergänzt wird dies durch therapeutische und pädagogische Unterstützung sowie durch Beratung und Begleitung im Alltag. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Schulung von Fachkräften und Angehörigen.

Unterstützt wird Carmen Rodriguez beim Aufbau des neuen Fachdienstes durch Stefanie Heinen-Gransch. Die Heil- und Autismuspädagogin hat in den vergangenen Jahren das Autismuszentrum KompASS der Lebenshilfe Heinsberg inhaltlich mitentwickelt und leitet die zertifizierte Ausbildung zur „Fachkraft für Autismus-Spektrum-Störungen“. Beide bringen ihre fachliche Expertise aus Therapie, Pädagogik und Praxis zusammen, um Unterstützte Kommunikation nachhaltig zu verankern.

„Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, einheitliche Standards zu entwickeln“, erläutert Carmen Rodriguez. „Bislang kommen unterschiedliche Systeme und Methoden zum Einsatz, die häufig nicht aufeinander abgestimmt sind. Künftig soll ein gemeinsamer roter Faden entstehen, der sich durch alle Lebensbereiche zieht – von der frühen Förderung über Schule und Wohnen bis hin zur Arbeit – innerhalb und außerhalb der Lebenshilfe.“

Ihre Kollegin Stefanie Heinen-Gransch ergänzt: „Unterstützte Kommunikation schafft Orientierung, reduziert Unsicherheiten und ermöglicht eine kontinuierliche Entwicklung von Kommunikationskompetenzen. Die standardisierte und professionalisierte Unterstützte Kommunikation wird künftig eine zentrale Basis unserer heilpädagogischen Arbeit sein.“

Deshalb ist auch die Qualifizierung der Fachkräfte in den unterschiedlichen Sozialräumen von zentraler Bedeutung, betont Agi Hirtz: „Unterstützte Kommunikation kann nur dann wirksam sein, wenn alle Beteiligten in Kitas, Schulen, Wohnangeboten oder Werkstätten auf einer gemeinsamen Grundlage arbeiten.“ Geplant ist daher ein systematisches Schulungsangebot, das Wissen vermittelt, Sicherheit im Umgang mit UK-Methoden schafft und eine gemeinsame Haltung fördert.

Langfristig soll Unterstützte Kommunikation fest im Kreis Heinsberg verankert werden. Ein wichtiger Baustein ist dabei der Aufbau einer zentralen Anlaufstelle, die Beratung, Koordination und fachliche Unterstützung bündelt. Diese wird künftig an der Parkstraße 26 in Oberbruch angesiedelt sein.

 Mehr Informationen im Internet: www.lebenshilfe-heinsberg.de 

Quelle: PM Lebenshilfe Heinsberg

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