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Kinderhelme messen sich im Test - doch keiner ist rundum gut

Foto: Christin Klose/dpa-mag

Sicherheit hat Priorität: Jeder Helm bietet mehr Schutz als gar kein Helm. 

Berlin (dpa).  Für die meisten Eltern dürfte die Sicherheit ihrer Kinder immer an erster Stelle stehen. Gut, dass viele darauf achten, dass die Kleinen beim Radeln einen Helm tragen - kann er doch im Ernstfall schweren Kopfverletzungen vorbeugen. Doch welcher Kopfschutz schützt richtig gut?

Das wollte die «Stiftung Warentest» (Heft 4/2026) wissen und hat mit Partnern 18 Kinderfahrradhelme von «marktbedeutenden» Anbietern unter die Lupe genommen. Die Helme kosten von 15 bis 100 Euro. Im Fokus: Unfallschutz (55 Prozent), Handhabung (40 Prozent) und Schadstoffe (5 Prozent). Nicht nur im Labor wurden Sicherheit und Co. überprüft. Auch zwölf Kinder zwischen drei bis zwölf Jahren sowie deren Eltern haben die Tester im Alltagstest unterstützt.

Der billigste Helm hat am Ende die Nase vorn

Das Fazit kann ernüchtern und doch zufriedenstellen. Denn «keiner ist rundum gut». Zwei Modelle sind nur «ausreichend». Allerdings schneiden die 16 übrigen «befriedigend» ab. Darunter zeigen immerhin zwei in der Unterkategorie Unfallschutz ein «gut», darunter der Testsieger, der zugleich der günstigste Helm im Testfeld ist.

Dieser «Lidl Crivit Kinder-Fahrradhelm mit Rücklicht» für 15 Euro bekommt die Note 2,6. Die Note 2,7 gibt es sowohl für den «Lazer Nutz 2.0 KinetiCore» (50 Euro) als auch für den «Uvex Oyo» (47 Euro). Der «Specialized Shuffle 2 LED» (55 Euro) ist der erwähnte zweite Kandidat mit dem «gut» beim Unfallschutz. Er bekommt insgesamt die Note 3,0. Der teuerste Helm ist ebenfalls so bewertet.

Wichtig zu wissen: «Selbst mit den Schlusslichtern aus dem Test sind Kinder deutlich sicherer unterwegs als ohne Helm», resümiert die Stiftung. Auch positiv: Es wurden keine Schadstoffprobleme festgestellt.

Vor allem kommt es darauf an, dass ein Helm richtig sitzt und von den Kindern so gemocht wird, dass sie ihn auch wirklich tragen. Daher raten die Tester, die Kleinen beim Kauf mitzunehmen und mitentscheiden zu lassen. Generell sei an- und ausprobieren unverzichtbar, denn die von Herstellern ausgewiesenen Kopfumfänge bieten nur grobe Orientierung.

So wird der Helm richtig ausgesucht und angepasst:

  • Ausmessen: Kopfumfang des Kindes ca. einen Zentimeter über den Augenbrauen messen. Wie gesagt, gibt das aber nur grobe Orientierung für die Größe - auch im Test passten den Angaben zufolge manche Helme aufgrund der Kopfform nicht.
  • Anprobieren: Der Helm sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen und Stirn, Schläfen sowie Hinterkopf abdecken. Die Vorderkante sollte rund zwei Fingerbreit über den Augenbrauen enden.
  • Ausprobieren: Bei der Anprobe sollte das Kind auch den Gurtverschluss selbst öffnen und schließen können. So merkt man, ob es im Alltag zurechtkommt.
  • Anpassen: Die meisten Helme verfügen hinten über einen Drehknopf zur Weitenverstellung. Der Kopf sollte nur die gepolsterten Stellen der Helmschale berühren. Er darf weder drücken noch wackeln.

Die seitlichen Gurtbänder sollten fingerbreit unter den Ohren als Dreieck zusammenlaufen, die Ohren bleiben frei. Zwischen Kinnriemen und Hals sollten zwei Finger passen. Bleibt ein längeres Stück restlicher Riemen übrig, sollten man den mit Schlaufen so sichern, dass die Kinder nirgends hängen bleiben können.

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