Navid Nuur, Untitled (Distant relations between lovers could fail by the lack of your true focus) (detail), 1986-2026, Mischtechnik, Maße variabel. Sammlung Bonnefanten.
Maastricht (NL). In dieser lehrreichen Ausstellung entdecken die Besucher, wie Künstler das Spiel nutzen, um Kunst zu schaffen.
Spielen im Museum
Schon seit unserer Geburt spielen wir. Allein oder gemeinsam. Draußen oder drinnen, mit Gegenständen, mit unserem Körper oder zum Beispiel mit einem Computer. Spielen hilft uns dabei, herauszufinden, wie die Welt funktioniert. Künstler zu sein, ist eigentlich ein einziges großes Spiel. Diese Ausstellung wurde speziell mit und für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren entwickelt.
In „Born to Play“ werden die Besucher dazu angeregt, zu schauen und mitzumachen. Der farbenfrohe Spielpfad auf dem Boden führt an echten Kunstwerken und Aktivitäten vorbei. Es können Abdrücke des Reliefs auf Gegenständen wie einem Nummernschild (Rubbing) gemacht, Materialien in den Fühlboxen befühlt, durch Verkleiden in die Haut eines anderen geschlüpft, mit Licht im Schattenspiel gespielt, an einem unendlichen Puzzle gebaut oder einfach ein Spiel gespielt werden.
Vier Themenbereiche
In der Ausstellung befindet sich ein bunter Spielpfad auf dem Boden. Dieser Pfad führt die Besucher durch vier Themenbereiche:
• Regeln brechen
• frei spielen
• sich in andere hineinversetzen
• Pixel-Spaß
Regeln brechen
Im ersten Teil der Ausstellung siehst man Kunst von Künstlern, die Regeln brechen. Die Kunst von Roman Signer und Navid Nuur ähnelt nicht der Kunst, die wir kennen, wie zum Beispiel einem Gemälde. Roman lässt Gegenstände fliegen oder explodieren, die dafür nicht gedacht sind: ein Kajak oder einen Tisch zum Beispiel. Navid schießt mit Pfeilen auf sein Kunstwerk. Auch die Besucher sind eingeladen, etwas zu tun, was man normalerweise nicht tun würde: mit Pfeilen auf Navids Kunstwerk zu schießen. Indem sie Regeln brechen, zeigen diese Künstler, dass neue Ideen entstehen, wenn man es wagt, Dinge auf den Kopf zu stellen.
Frei spielen
Der zweite Teil der Ausstellung zeigt Werke von Künstlern, die frei spielen: mit Gegenständen aus dem Haushalt, von der Straße oder mit dem eigenen Körper. Wenn man Gegenstände spielerisch betrachtet, geschieht etwas Besonderes. Ine Schröder verwendet Seile, Drähte, Holzstückchen, Papierstreifen und Stoff, um neue Formen zu schaffen. Außerdem sind Fotos von Melanie Bonajo zu sehen, die Menschen in unbequemen Posen alltägliche Gegenstände tragen ließ. Diese Gegenstände findet man auch auf dem Rubbing-Tisch, wo man aufgefordert wirst, selbst Kunst zu schaffen. Dazu legt man Papier auf einen Gegenstand und färbt mit einem Bleistift darüber. So entsteht ein kunstvolles Relief auf dem Papier.
Sich in andere hineinversetzen
Jemand anderes zu werden ist auch eine Art zu spielen. Das nennen wir Theaterspiel. Mit Kleidung, Kostümen und einem Bühnenbild kann man für einen Moment in die Haut eines anderen schlüpfen. Die Künstler Ferdinand Erfmann und James Ensor malten Masken und Szenen auf und hinter der Bühne. Anouk Kruithof dreht Videos von Menschen, die als Pflanzen verkleidet sind. So zeigt sie, wie Menschen und Pflanzen in der Zukunft vielleicht miteinander verschmelzen und besser zusammenleben.
Große Spiegel, viele Lichter, Verkleidungssachen. In diesem Teil der Ausstellung hat man kurz das Gefühl, als dürfte man gleich auf die Bühne. Hier darf man sich auch verkleiden, so schlüpft man für einen Moment in die Haut der Menschen, die man in den Kunstwerken siehst.
Pixelspaß
Nicht jede Kunst entsteht mit Farbe und Pinsel. Manche Künstler arbeiten mit Computern. Peter Struycken und Hussein Shikha nutzen Pixel, um Kunst zu schaffen. Das sind kleine, farbige Quadrate, die zusammen ein Bild ergeben. Lust, auch mit Pixeln zu spielen? Das kann man in der Ausstellung mit dem Spiel von Thomas Waterzooi: „Please Touch the Artwork 2“. Auf der Website kann man sich schon anschauen, wie das aussieht.
Für wen ist „Born to Play“ gedacht?
Die Ausstellung wurde speziell mit und für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren entwickelt. Das Bonnefanten-Museum arbeitete mit Kindern von „Het Brede Spoor“, „Het Kinderatelier“, der Grundschule „De Vlinderboom“ und Schülern des Porta Mosana College zusammen. Aber „Born to Play“ ist für alle Altersgruppen interessant. Welche Art des Spielens passt am besten zu einem? Bricht man gerne Regeln, spielt man gerne frei, schlüpft man gerne in die Haut eines anderen oder spielst man lieber mit Pixeln?
Vorbeikommen und mitmachen bei „Born to Play“ – mutig und kreativ sein wie ein Künstler!
Mehr Infos: https://www.bonnefanten.nl/nl/tentoonstellingen/born-to-play
(Die Ausstellung Born to Play wurde ermöglicht durch die Provinz Limburg, das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft und die VriendenLoterij.)
Ausstellung: Born to Play
Laufzeit: 18. April 2026 – 28. Februar 2027
Quelle: PM Bonnefanten Museum Maastricht














